Vor Christus bis Spätantike
Antike Vorfahren
Backgammon gehört zur Familie der Rennspiele: Steine laufen nach Würfelwurf über eine Strecke, wer zuerst im Ziel ist, gewinnt. Solche Spiele sind fast so alt wie die ersten Städte. Eine gerade Abstammungslinie lässt sich nicht ziehen, aber die Verwandtschaft ist deutlich.
- um 3000 v. Chr.Shahr-e Sukhteh, Iran
In der „Verbrannten Stadt“ im Osten des heutigen Iran wurde ein Spielbrett samt Würfeln gefunden. Es wird oft als einer der frühesten Verwandten des Backgammon genannt.
- um 2600 v. Chr.Das Königliche Spiel von Ur
Prachtvolle Spielbretter aus den Königsgräbern von Ur in Mesopotamien, ausgegraben in den 1920er-Jahren. Die Regeln wurden später aus einer babylonischen Tontafel teilweise rekonstruiert.
- Altes ÄgyptenSenet
Ein Rennspiel über 30 Felder, das sogar Pharaonen mit ins Grab gegeben wurde.
- Römisches ReichTabula
Hier ist die Ähnlichkeit am größten: 24 Felder, 15 Steine pro Spieler, gespielt mit drei Würfeln. Die Römer verbreiteten das Spiel in ihrem ganzen Reich.
- um 480 n. Chr.Kaiser Zenon würfelt schlecht
Der byzantinische Geschichtsschreiber Agathias beschreibt eine Tabula-Partie von Kaiser Zenon, in der ein einziger unglücklicher Wurf seine Stellung ruinierte. Es ist eine der ältesten überlieferten Spielsituationen überhaupt.
6. bis 16. Jahrhundert
Persien und das europäische Mittelalter
- Sassaniden-ZeitNard in Persien
Eine persische Legende erzählt, der weise Wesir Bozorgmehr habe Nard erfunden, als Antwort auf das Schachspiel, das ein indischer König geschickt hatte. Nard ist bis heute in Iran und im Kaukasus verbreitet.
- MittelalterTables, Puff und Trictrac
In Europa hießen die Brettspiele dieser Familie in England „Tables“, in Frankreich „Trictrac“. Im deutschen Sprachraum sprach man von „Puff“ oder „Wurfzabel“. Gespielt wurde in Wirtshäusern ebenso wie an Fürstenhöfen, oft um Geld und oft zum Ärger der Obrigkeit.
17. und 18. Jahrhundert
Der Name Backgammon
- Mitte 17. Jh.Erstmals „Backgammon“
In England taucht das Wort Mitte des 17. Jahrhunderts auf. Woher es genau kommt, ist umstritten. Eine verbreitete Deutung ist „back game“, weil Steine zurück an den Anfang müssen.
- 1743Hoyle schreibt die Regeln auf
Edmond Hoyle veröffentlicht eine kurze Abhandlung über Backgammon. Sie legt die Regeln fest, die im Kern bis heute gelten.
20. Jahrhundert
Das moderne Spiel
- 1920erDer Doppelwürfel
In New Yorker Spielclubs kommt der Doppelwürfel auf. Mit ihm wird Backgammon zu dem strategischen Spiel, das es heute ist.
- 1964Der Boom beginnt
Fürst Alexis Obolensky organisiert auf den Bahamas ein großes internationales Turnier. Er gilt vielen als Vater des modernen Turnier-Backgammon. In den Siebzigern wird das Spiel weltweit zur Mode.
- 1979Monte Carlo
Die Weltmeisterschaft zieht nach Monte Carlo und findet dort bis heute jedes Jahr statt.
Seit 1979
Computer und KI
- 1979BKG 9.8 schlägt den Weltmeister
Das Programm von Hans Berliner gewinnt einen Schaukampf gegen den amtierenden Weltmeister Luigi Villa. Zum ersten Mal besiegt ein Computer einen Weltmeister in einem Brettspiel, mit etwas Würfelglück.
- 1992TD-Gammon
Gerald Tesauro lässt ein neuronales Netz bei IBM gegen sich selbst spielen. Es erreicht Weltklasse und bringt den Profis neue Züge bei, etwa bei den Eröffnungen.
- HeuteAnalyse für alle
Programme wie GNU Backgammon und eXtreme Gammon spielen stärker als jeder Mensch. Spieler nutzen sie, um eigene Partien auszuwerten. Unsere Eröffnungstabelle beruht auf genau solchen Analysen.